Immobilienberater: zeitlos und wertvermehrend bauen
Wer ein Haus neu baut oder eine bestehende Immobilie renoviert, macht sich zwangsläufig Gedanken, wie das Projekt aus gestalterischer und finanzieller Sicht umzusetzen ist. Die oft beträchtlichen Invesitionen können dabei zu einer nachhaltigen Wertsteigerung beitragen, im ungünstigen Fall aber bei einem Wiederverkauf der Liegenschaft zu einer Hypothek führen. Wir geben Tipps und Hinweise, wie Sie Ihr Bauvorhaben nicht nur zeitlos sondern auch werterhaltend umsetzen.
Opulente und oft reich verzierte Häuser um die Jahrhundertwende (Jugenstil-Epoche 1890 bis 1925) erfreuen sich noch heute grösster Beliebtheit. Liegenschaften aus den Jahren von 1930 bis 1960 bieten demgegenüber oft eine schlichte und dennoch zeitlose Architektur, welche heute immer noch gefällt. Die 1970er und 1980er Jahre haben hingegen nicht selten Bauten hervorgebracht, welche heute bereits im äusseren Erscheinungsbild nicht mehr überzeugen. Diese Beispiele zeigen, dass die Nachfrage und damit die Wertschätzung von Immobilien unterschiedlicher Epochen oder Baustile differenziert ausfällt. Aus diesem Wissen können wir Schlüsse ziehen, um ein Neu- oder Umbauprojekt langfristig werterhaltend zu gestalten.
Wahl des Architekten
Selbst bei mittelgrossen Umbauprojekten ist der Beizug eines Architekten nicht nur sinnvoll sondern unumgänglich. Meist haben Architekten Präferenzen zu Baustil und Erscheinung. Aufgrund von Referenzobjekten lässt sich so abschätzen, ob ein Architekt für das eigene Bau- oder Umbauvorhaben in die engere Wahl zu ziehen ist oder nicht. Grundsätzlich gilt: die Wahl des Architekten ist der wohl wichtigste Entscheid für ein Bauvorhaben.
Bauen Sie zeitgemäss

Jugendstil-Epoche
Bauen Sie zeitlos
Was sich als Widerspruch zu zeitgemäss anhört, macht Sinn. Nichts ist langfristig mehr werterhaltend als die zeitlose Umsetzung eines Bauvorhabens. Verzichten Sie hippe Gadgets! Die Badewanne mit Unterwasser – Beleuchtung wird in 10 Jahren von Freunden oder Bekannten wohl eher mitleidig betrachtet. Die Schlafzimmer – Decke mit einem Sternenhimmel aus LED – Leuchten ebenso.
Reduzieren Sie die Materialisierung
So einfach sich das anhört, so oft sehen wir das Gegenteil. Ein wilder Mix aus Glas, Beton, Holz, Marmor, Feinsteinzeug oder Kunstharz mit vielen Farben und Nuancen trägt nicht eben zur Zeitlosigkeit bei. Reduzieren Sie die Materialisierung der Hauptelemente auf ein Minimum. Meist genügen hierfür drei bis fünf Materialien. Das Eichenholz eines Parkettbodens lässt sich für Tür- oder Fensterrahmen einsetzen. Die Farbe der Küchenfronten kann bei weiteren Schrankelementen wieder aufgenommen werden, einheitliche Armaturen aus derselben Serie eines Herstellers in Küche, Bad und Nasszellen nehmen Aufmerksamkeit weg von Details, die Details bleiben sollten. Auch für die Beleuchtung ist es sinnvoll einen Leuchtkörper oder ein Leuchtensystem zu wählen, welches in allen Wohnräumen universell für die Grundbeleuchtung eingesetzt werden kann. Fazit: Ihr Zuhause soll keine Baumusterzentrale werden.
Wählen Sie Farben mit Bedacht
Farben sind nicht nur das i-Tüpfelchen in einem Bauvorhaben, sondern tragen massgeblich zum Wohlfühlen bei. Wählen Sie dennoch zurückhaltend aus. Insbesondere bei teuren Installationen ist der Farbwahl besondere Beachtung zu schenken. Eine smaragdgrüne Küchenzeile mag heute spannend sein, ist sie das auch noch in 15 Jahren? Azurblaue Plattenbeläge im Badezimmer? Nicht immer die beste Wahl. Nehmen Sie sich die Freiheit, bei Wänden mit Farben zu spielen – aber auch hier gilt: Weniger ist oft mehr. Im Zweifelsfall: Ziehen Sie einen Farbberater oder eine Farbberaterin bei. Versierte Farbberater können mit vergleichsweise kleinem Aufwand ein Farbkonzept für Sie erstellen. Oft schaffen Nuancen ein ganz neues Ambiente.
Reduzieren Sie die Form

Würfel, Kubus
Bodenbeläge

Anhydrit Bodenbelag
Stecken Sie das Geld in die Substanz
Eine Küche lässt sich mit abschätzbarem Aufwand ersetzen, ebenso ein Badezimmer. Wenn Ihr Budget knapp ist und es nicht für alles reicht: Investieren Sie in die Bausubstanz und in Erneuerungen, welche im Nachhinein nicht mehr oder nur mit sehr grossem Aufwand realisiebar sind. Wenn Sie den Bodenaufbau erneuern, können Sie eine Bodenheizung verlegen lassen. Der Anstrich einer Fassade benötigt ein Gerüst – hier bietet es sich an, die Wärmedämmung bei Bedarf ebenfalls zu verbessern. Verlegen Sie Leerrohre, um einem späteren Ausbau eines Netzwerks oder eines Lüftungssystems möglich zu machen.
Machen Sie eine Zeitreise
Stellen Sie während der Planung eine imaginäre Zeitreise in das Jahr 2035. Stellen Sie sich Ihr Bauprojekt in der Zukunft vor und überlegen Sie, ob Sie dieses in der vorliegenden Form zeitgemäss finden.
Entscheiden Sie sich für einen Stil und bleiben Sie dabei
In der Möblierung ist es möglich, auf einen spannenden Stilmix zu setzen und dennoch die einzelnen Teile zu einem schönen Ganzen zusammenzufügen. Für das Bauen oder Umbauen gilt dies nicht in gleichem Masse. Tipp: entscheiden Sie sich für einen Stil und bleiben Sie diesem treu.
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