Nicht clever genug, Herr Gernsheim

Weshalb wir das Angebot von Herrn Gernsheim über 150′000 Franken in den Wind schlagen und dabei trotzdem auf der Gewinnerseite stehen.

Wir werden von einem Herrn Gernsheim telefonisch kontaktiert. Herr Gernseim erzählt uns, dass er im Auftrag einer ungenannt bleibenden Person beauftrag ist, Immobilien in der Schweiz zu erwerben. Der Herr mit französischen Akzent lässt uns wissen, dass sein Auftraggeber Immobilien im Umfang von grösseren zweistelligen Millionenbeträgen erworben hat und entsprechend luxuriöses Anwesen in der Schweiz sucht.

Herr Gernsheim erkundigt sich kaum nach Details der Immobilie, sondern kommt im Gespräch sehr schnell auf die Kaufmodalitäten zu sprechen. Da sein Auftraggeber derzeit in Mailand eine Immobilientransaktion im Umfang von 26 Mio. Euro tätige, sei ein Treffen in der Schweiz nicht möglich. Herr Gernsheim möchte uns deshalb zu einem Besuch nach Mailand einladen, um den Immobilienkauf direkt in Mailand zu besiegeln.

Schnell wird uns klar, dass Herr Gernsheim keine Vorstellung von der Lokalität bzw. der Ortschaft der angebotenen Immobilie hat. Zu diesem Zeitpunkt ahnt unser Gesprächspartner auch noch nicht, dass wir seine Absicht längst durchschaut haben. Den freundlichen Versuch, uns nach Mailand zu locken und uns die Reisekosteen grosszügig zu vergüten, schlagen wir freundlich aber bestimmt aus. Herr Gernheim hätte uns gerne in einem Luxushotel in Mailand empfangen und hat vorgeschlagen, dass wir mit CHF 200′000 in der Aktentasche anreisen und uns dieser Betrag in EUR 200′000 umgetauscht würde. Der Auftraggeber von Herrn Gernsheim müsse eine Rechnung eines Schweizer Lieferanten begleichen und würde uns für Vorleistungen und Reisekosten durch den 1:1 Umtausch schadlos halten. Wir würden für Auslagen und Spesen mit rund 150′000 Franken Wechselkursgewinn fürstlich entlöhnt.

Nach unserem Hinweis, dass wir in der Schweiz keine Bargeldtransaktionen im Zusammenhang mit Immobilienkäufen oder Verkäufen tätigen und auch nicht an Schwarzgeld interessiert sind, hängt Herr Gernsheim unvermittelt auf. Das Gespräch wurde über eine anonyme nicht registrierte Mobilenummer - vermutlich aus Frankreich - geführt. Eine Reise nach Mailand hätte mit höchster Wahrscheinlichkeit zum Verlust der 200′000 Franken geführt.

Wie die Immobilienbetrüger vorgehen und wann die Alarmglocke läuten muss, lesen Sie in einem unserer nächsten Beiträge.

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